Rassenporträit – Die Ragdoll

Ragdoll heisst übersetzt Stoff- oder Lumpenpuppe. Die Erklärung für diesen Namen stammt von ihrer typischen Verhaltensweise, sich wie eine Puppe entspannt „hängen“ zu lassen, wenn man sie vom Boden aufhebt.

Zusammen mit den Maine Coone gehört die Ragdoll zu den grössten Katzenrassen. Sie begleiten gerne Ihre Menschen auf Schritt und Tritt, ohne aufdringlich zu werden. Ihr Gespür dafür, ob ihr „Dosenöffner“ gerade Zeit hat oder nicht, ist sehr gross. Sie schliesst sich eng ihrer Familie an und liebt es, dabei zu sein. Sie interessiert sich für alles was um sie herum geschieht und ist dabei äußerst aufmerksam und lernfreudig.

Aufgrund dieses ausgeprägten sozialen Verhaltens sollte die Ragdoll als Familienmitglied nicht lange allein gelassen werden. Wer arbeitstätig ist, sollte daher zwei Stubentiger halten. Da die Ragdoll sanftmütig ist, verträgt sie sich mit allen Katzenrassen, aber auch sehr gut mit katzengewohnten Hunden.

Man sollte beachten, dass diese Rasse eine extrem hohe Toleranzschwelle besitzt. Gegenüber Kleinkindern lässt die Ragdoll „fast“ alles zu – auch wenn man ihr Schmerzen verursacht – würde sie selten kratzen oder beissen. Ihre Toleranz gegenüber den Schwächen und Marotten ihrer geliebten Menschen ist sehr ausgeprägt. Sie ist sanft, verschmust und sehr anhänglich, sobald Sie Vertrauen in ihr Zuhause und den Mitbewohnern gefasst hat. Diese positiven Eigenschaften machen die Ragdoll nicht gerade zu einer Anfängerkatze, da man aufpassen muss, dass man diese zauberhaften Wesen nicht überfordert.

Die Ragdoll lässt sich bei ihrer Entwicklung Zeit. Ganze drei Jahre braucht sie, bis sie ausgewachsen ist und ihre endgültige Färbung hat. Ihr halblanges Haar neigt weder zum Verfilzen, noch zum Verknoten. Im Sommer haart die Ragdoll ab. Das Haarkleid ist dann deutlich kürzer und auch der Halskragen verschwindet fast komplett. Über die Winterzeit zeigen sich die Ragdolls mit längerem Haarkleid und einer wunderschönen Halskrause. Einzig der buschige Schwanz bleibt das ganze Jahr über bestehen.

Kater können bis zu stolze 10 kg auf die Waage bringen. Kätzinnen sind deutlich kleiner und wiegen im Schnitt ca. 4-5 kg.

Noch immer gibt es die wahrscheinlich niemals aufhörenden Diskussionen darüber, ob die Ragdoll eine reine Pointkatze ist. Die Ragdoll in der Version Solid war bereits von Anfang an vertreten. Josephine`s Wurf bestand aus Point und Solid Kitten. Ann Baker züchtete Ragdolls sowohl in den Versionen Point als auch Solid. Sie war der festen Überzeugung, dass die Solid unentbehrlich waren um die Größe und die Augenfarbe der Point Ragdoll zu erhalten. Dayton hat nur die Point Version der Ragdolls public gemacht und den Rasseclubs vorgeführt um diese zu fördern. Die Solid Ragdolls wurden zu „Außenseitern“ und sind in der Ragdollwelt umstritten, obwohl sie wahre Ragdolls sind. Nach wie vor hat man es nicht geschafft, der Solid Ragdoll zu ihrer längst fälligen Anerkennung in Deutschland zu verhelfen (seit 2009 sind die Solid (Non Pointed) Ragdolls in Neuseeland anerkannt). Solid sind durchgefärbte Ragdolls die keine point Abzeichen besitzen. Solid gibt es in folgenden Farben: schwarz, blue, chocolate, lilac, red, cream, calico, blue-cream, white.

Weiteres Merkmal der Solid ist, dass sie keine blauen Augen besitzt. Die Augen der Solid leuchten uns in grün oder gelb/golden entgegen. Charakterlich steht die Solid Ragdoll der Point Variante in nichts nach. Sie besitzen das selbe Zauberwesen wie die Point Ragdolls.

Anhand von Fotodokumentationen und auch Aufzeichnungen von Ann Baker gab es die helle und die dunkle Linie, welche sich nicht lediglich auf die Farbe der jeweiligen Katze beschränkte. Die auf den Bildern dokumentierten Ragdolls sind deutlich dunkler als die uns bekannten Point Ragdolls. Der Rückschluß lässt nur zu, dass es daher auch von Anfang an die Ragdoll in der Version mink gab.

Die Raggie´s gibt es in den Farben: Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red, Cream, Cinnamon, Fawn & Lynx.

Hinzu kommen die verschiedenen Zeichnungen: ohne Weiss (Point= colorpoint), Tortie, Mitted und Bicolor.

Zuletzt noch die Versionen: Point, Mink, Sepia & Solid

Bei diesen grossen Auswahlmöglichkeiten wird jeder seine Traum-Ragdoll finden.

Nachfolgend habe ich zum Beweis, dass die Solids und Minks schon von Anfang an im Zuchtprogramm von Ann Baker (Raggedy An) waren, die Aussage von Ann Baker (Gründungszucht der Rasse Ragdoll) eingefügt.  Auch finden Sie im Anhang ein paar der registrierten Solids von Ann Baker (Zucht Raggedy Ann). Desweiteren ist ein Point in der Farbe Frost registriert. Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um ein Smoke oder Silver Point handelt. In Ihrem Breeders Programm aus dem Jahr 1976 schreibt sie  nicht nur von von Mink Linien, sondern beschreibt auch die einzelnen Generationen mit Farben und Versionen. Ab der ersten Generation waren die Solid Ragdolls vertreten.

Copyright der Texte und Fotos bei Sabine Weber